in Trägerschaft des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben e.V., gegründet 1825

05. April 2020

Lapidarium am Museum Reichenfels
Lapidarium am Museum Reichenfels

Bei einem Spaziergang nach Reichenfels gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel das

Lapidarium am Museumsgebäude


Friedrich Wilhelm Trebge ist es zu verdanken, dass verwahrloste, herausgerissene und nicht mehr an ihrem Platz befindliche Grenz-, Gemarkungs- und Flursteine der Umgebung gesichert wurden und als Sammlungsobjekte in den 1980er Jahren Eingang in das Museum in Form eines Lapidariums fanden. Andere Steine, die an ihrem ursprünglichen Ort noch sicheren Stand hatten, wurden katalogisiert.
Wer sich mit solchen steinernen Relikten beschäftigt, taucht ein in die faszinierende Geschichte der Vermessung und der Grenzsteine. Im Museumshop (zurzeit versenden wir auch!) gibt es dazu entsprechende Literatur:
Studien zu Grenzsteinen in Ostthüringen (herausgegeben von Andreas Hummel – Mitglied im VAVH und im Auftrag des Vereins), 2017, Beiheft zum Jahrbuch Nr. 62
Früher gab es empfindliche Strafen wenn jemand einen Grenzstein versetzte oder entfernte.
Heute sind die historischen Zeugen geschützte Bodendenkmale. Wer von einem gefährdeten Stein Kenntnis hat, der melde es im Museum Reichenfels.

03. April 2020

Schädelfragment mit altem Inventarisierungsetikett
Schädelfragment mit altem Inventarisierungsetikett

Überraschende Entdeckung
Das interessanteste an einem Museum sind doch immer noch seine Depots. Denn nicht alles kann ausgestellt werden und so schlummert manch kleines Schätzchen (fast) vergessen in der hintersten Ecke der oftmals übervollen Räume. Das ist in unserem Museum nicht anders. Zumal die Mitglieder des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins gleich nach der Gründung 1825 mit dem Sammeln, Graben und Forschen begonnen haben. Jedes Objekt wurde nach der Reihenfolge seines Einganges nummeriert und in einem Sammlungskatalog vermerkt. 50 Jahre später entsprach diese Katalogisierung nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Der Geraer Robert Eisel, Heimatforscher, Volkskundler und Mitglied im Altertumsforschenden Verein, sowie ab 1878 erster Museumsleiter in Gera, widmete sich von 1875 bis 1880 der wissenschaftlichen Neuinventarisierung und Neuaufstellung des Sammlungsbestandes in Reichenfels. Und so findet man heute noch auf älteren Sammlungsobjekten seine mit winziger akkurater Schrift versehenen Etiketten mit roten Nummern für ausländische Herkunft, grün für einheimische und weiß für unbestimmte Herkunft.
Ich habe im Naturkunde-/Geologiedepot auch so ein kleines „Schätzchen“ entdeckt: Ein Schädelfragment einer ausgestorbenen Hausrind-Rasse, dem bos frondosus, gefunden im Torfmoor bei Ranis – mit dem alten Etikett von Robert Eisel und der Nummer 1062 …

02. April 2020

Für die Inventarisierung muss jeder Stein genau bestimmt werden.
Für die Inventarisierung muss jeder Stein genau bestimmt werden.

Die geologische Sammlung des Museums Reichenfels umfasst ca. 2000 inventarisierte Objekte.

Doch es sind bei weitem noch nicht alle Gesteine und Mineralien erfasst. Sammlungen, die als Schenkung an das Museum gingen, oder einzelne Funde der letzten Jahre/Jahrzehnte müssen noch aufgenommen werden.

Das Problem dabei: Wurden die Objekte nicht bereits vom Vorbesitzer beschriftet, müssen sie erst noch bestimmt werden. Dazu braucht es geologisches Fachwissen.

Unterstützt werde ich bei dieser Arbeit vom Hohenleubener Edelsteinschleifer Stephan Quosdorf, dessen Schmuckerzeugnisse und geologische Raritäten wir exklusiv in unserem Museumsshop anbieten.

Lieber Stephan, vielen Dank für Deine Hilfe!