in Trägerschaft des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben e.V., gegründet 1825

01. April 2020

Beispiele aus der Graptolithen-Sammlung Hermann Triller (geb. 1866 in Triebes-gest. 1945 in Oelsnitz)
Beispiele aus der Graptolithen-Sammlung Hermann Triller (geb. 1866 in Triebes-gest. 1945 in Oelsnitz)

Nanu? Wer hat denn auf den Steinen rumgekritzelt? Ist das ein Aprilscherz?

Kein Aprilscherz - sondern Graptolithen!

Was aussieht wie silbrig-weiße Kringel, Spiralen oder Striche sind die fossilen Überreste von koloniebildenden Meeresorganismen aus der erdgeschichtlichen Epoche des Silur. Man nennt sie Graptolithen. Besonders im ostthüringer Schiefer entdeckt man diese filigranen Abdrücke. Sie treten in großer Formenvielfalt auf und werden deshalb auch "Schriftsteine" genannt. Ihr Name leitet sich aus den beiden griechischen Wörtern "graptos" (geschrieben) und "lithos" (Stein) ab.

In der geologischen Sammlung unseres Museums gibt es jede Menge Schieferbruch mit Abdrücken von Graptolithen. Kein Wunder. Schließlich haben wir den mehr als 400 Mio. Jahre alten Graptolithenschiefer direkt vor der Haustür - den Alaunschiefer des Weinberges von Hohenleuben.

31. März 2020

Flussperlmuschel I 01028 - aus der Weida, 1936
Flussperlmuschel I 01028 - aus der Weida, 1936

Heute nochmals Kontrolle im Naturkunde-/Geologiedepot:

Manch einer mag sich wundern über die große Anzahl von Flussperlmuscheln in unserer Sammlung.

Große und kleine Exemplare, einzelne Schalen oder noch ganze Muscheln - und sie stammen fast ausnahmslos aus regionalen Flüssen, wie der Weida, dem Pöllwitzbach oder dem Tegauer Bach. Gesammelt wurden sie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

Einst bevölkerten diese Muscheln unsere Flüsse in großen Mengen. So auch am Oberlauf der Weißen Elster. Perlenfischer suchten in ihnen die begehrten Flussperlen. Doch schon Kurfürst August von Sachsen erklärte Mitte des 16. Jahrhunderts die Perlenfischerei zum Hoheitsrecht. Aus dem Perlmutter der Schalen fertigte man Schmuck, Dekoration und Gebrauchsgegenstände - und die ersten Souvenire für das Königlich-Sächsische Heilbad Elster. Zum Zentrum der deutschen Perlmutterindustrie wurde das vogtländische Adorf. Etwa 1000 Menschen arbeiteten Anfang des 20. Jahrhunderts in und um Adorf in Perlmutterwerkstätten. Doch dann wurde die Produktion eingestellt. Der Grund: Wegen der zunehmenden Verschmutzung der Flüsse - so auch der Weißen Elster - wurden die Muscheln rar und verschwanden fast ganz. Wer mehr über die Perlmutterproduktion in Adorf (und die heutige Situation der Flussperlmuscheln) wissen möchte, dem sei das kleine Perlmutter- und Heimatmuseum am Freiberger Tor in Adorf empfohlen. (Ein Gruß an die Kollegen!)

www.museum-adorf.de

 

27. März 2020

Reussischer Haus- & Notizkalender für das Jahr 1899
Reussischer Haus- & Notizkalender für das Jahr 1899

Ein Tipp für´s Wochenende

Wer Geduldsspiele liebt, der mag sich einmal an dem folgenden versuchen - entdeckt im Reussischen Haus- & Notizkalender für das Jahr 1899:

Man stellt drei Stifte, vielleicht Bleistifte, oder etwas Aehnliches, senkrecht auf den Tisch; mit etwas Wachs läßt sich schon erreichen, daß sie feststehen. Aus Pappe aber fertigt man 7 Scheiben, eine immer kleiner als die andere, mit einem Loch in der Mitte. Nun streift man die sieben Scheiben so über einen Stift, daß die größte unten liegt und die kleinste oben und alle nach der Größe geordnet sind. Jetzt kommt es darauf an, die sieben Scheiben auf den zweiten Stift zu übertragen, aber sie müssen dann auch um ihn so liegen, daß die größte unten, die kleinste oben ist. Die Scheiben dürfen dabei nicht einfach bei Seite gelegt werden, bis man sie brauchen kann, sondern müssen immer ihren Platz an einem der drei Stifte bekommen. Nach längerem Hin- und Hertragen der Scheiben von einem Stifte zum andern kann man seinen Zweck der Uebertragung aller sieben Scheiben wohl erreichen, aber es geht nicht so leicht, als man denken sollte. Es sind nämlich 127 Züge nöthig, um die Aufgabe zu lösen. Man darf natürlich immer nur eine Scheibe auf einmal rücken und eine Scheibe nur auf einen freien Stift oder auf eine größere Scheibe legen.

(Die Bibliothek des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben im Museum Reichenfels umfasst auch eine umfangreiche Sammlung an historischen Kalendern.)

26. März 2020

Rostrum (Säge) eines Sägefisches - Inv.-Nr. I 2232 A5
Rostrum (Säge) eines Sägefisches - Inv.-Nr. I 2232 A5

Bei einer Kontrolle im Naturkunde-/Geologiedepot wurde heute auch die Säge oder das Rostrum eines Sägefisches, der zur Familie der Rochen gehört, begutachtet und auf Schädlingsbefall untersucht.

Ein imposantes Teil - 70 cm lang, mit 25 bzw. 26 Zähnen an jeder Seite, das etwa 25 % der Gesamtlänge eines Sägefisches ausmacht. Demzufolge war dieses Exemplar einmal 2,80 m lang.

Sägefische leben in tropischen Gewässern, meist in Küstennähe. Die lange Säge - das Rostrum - dient ihnen zum Auffinden von Nahrung auf dem Meeresgrund. Außerdem können sie durch Hin- und Herschlagen des Kopfes mit den Zähnen ihrer Säge kleine Fische in Schwärmen verletzen, die sie dann fressen. Ausgefallene Zähne wachsen nach.

25. März 2020

Restauratorin Ines Brandt bei der Sicherung der Fassung für den Transport
Restauratorin Ines Brandt bei der Sicherung der Fassung für den Transport

Heute kam die Restauratorin Ines Brandt aus Kraftsdorf (Thür.) ins Museum, um drei sakrale Holzschnitzfiguren aus unserer Sammlung zur Konservierung abzuholen. Auf dem Foto bereitet sie gerade  die Figur  einer Mondsichelmadonna für den Transport vor. Um lose Teile der alten Fassung zu schützen überklebte Frau Brandt die betreffenden Bereiche vorsichtig mit Japanpapier. Dann wurden die drei Figuren gut verpackt und ins Auto geladen.

Für diese Maßnahme hatte das Museum über den Museumsverband Thüringen bei der Thüringer Staatskanzlei einen Fördermittelantrag gestellt. Anfang März kam die Bewilligung in Höhe von knapp 50 % der Geamtkosten. Darüber freuen wir uns sehr und sind nun gespannt auf das Ergebnis ...